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Barrierefreies Internet

URL dieser Site:
http://pool.urz.uni-halle.de/kurse/barrierefrei/
Herausgeber:
Ulrich Kehl, Universitätsrechenzentrum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Copyright:
© 2002 U. Kehl, URZ der MLU
Schwerpunkte:
Archiv:
Alle Dateien dieser Site können im .zip Format zum Offline-Lesen heruntergeladen werden.
Entwicklung:
Browser
Neuere Browser (Netscape 6.2, IE 5.5., Opera 6, Mozilla 1) sollten diese Seiten im gewünschten Layout präsentieren. In älteren Browsern sollten aber keinesfalls Inhalte verloren gehen, bitte informieren sie mich, falls es doch passiert.

Hinweise zur Navigation

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Am Anfang und ganz am Ende einer jeden Seite finden Sie eine Navigationsleiste, die es erlaubt zu den Hauptabschnitten der Site zu gelangen.

Rechts neben jeder hellblau unterlegten (bzw. ein- und zweistufig numerierten) Überschrift finden sie drei Pfeile, die es Ihnen erlauben, an den Anfang der Seite (Pfeil nach oben Zum Anfang), zur vorherigen Überschrift (Pfeil nach links letzter Abschnitt) und zur nächsten Überschrift (Pfeil nach rechts nächster Abschnitt) zu springen. Damit ist es möglich, doch relativ zügig durch die zugegebenermaßen teilweise recht langen Seiten zu blättern.


Zweck des Dokumentes

Anfang der Seite | Zu den Navigationshinweisen | Zu den Grundlagen und Quellen

Diese Web-Site soll Hersteller von Web-Seiten, vorrangig an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, über die Richtlinien und Entwicklungsmethoden für barrierefreien Internetseiten unterrichten.

Die Ausführungen sollen helfen, möglichst einfach und effektiv barrierefreie Internetseiten zu gestalten, die den deutschen gesetzlichen Bestimmungen und somit auch den europäischen Gesetzen genügen.

Selbstverständlich ist diese Site "Bobby-geprüft" und sollte barrierefrei sein und konform zu "Doppel-A". Im Abschnitt Prüfung der Web-Seiten werden Sie aber sehen, daß es keine absoluten und objektiven Kriterien für die Barrierefreiheit gibt.

Ein englischsprachige Seite Lehrplan zur Gestaltung barrierefreier Web-Seiten findet man ebenfalls beim WWW-Konsortium.


Grundlagen und Quellen

Anfang der Seite | Zum Abschnitt Zweck des Dokumentes | Zum Inhaltsverzeichnis

Grundlage für diese Site sind die Schriften zur englischsprachige Seite Initiative "Barrierefreies Internet" (WAI) vom englischsprachige Seite WWW-Konsortium W3C. Hier sind kurze, sinngemäße Übersetzungen der Richtlinien, Prüfpunkte und praktischen Techniken des W3C zu finden. Sie gliedern sich neben den Regeln für HTML (englischsprachige Seite HyperText Markup Language - Hypertext Auszeichnungssprache) und CSS (englischsprachige Seite Cascading Style Sheets - abgestufte Formatvorlagen) auch in Regeln für die inhaltliche Gestaltung der Informationen und des Designs.

Hin und wieder konnte es sich der Herausgeber nicht verkneifen, einige Bemerkungen aus den persönlichen Erfahrungen im Web-Design und aus Lehrgängen anzubringen.

Eine weitaus umfassendere Web-Site und ein Buch zum Thema "Barrierefreies Webdesign" gibt es von Herrn Jan Eric Hellbusch.

Es gibt auch eine (m. M. nach öfters zu wörtliche) Übersetzung der WAI-Richlinien unter dem Titel "Zugänglichkeitsrichtlinien für Web-Inhalte 1.0" beim WWW-Konsortium.


Inhaltsverzeichnis der Site

Anfang der Seite | Zu den Grundlagen und Quellen | Zu den Voraussetzungen

1. Voraussetzungen

Anfang der Seite | Zum Inhaltsverzeichnis | Zum Abschnitt Prioritäten

1.1 Gesetzliche Grundlagen

Seit dem 1. Mai 2002 ist das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (Behindertengleichstellungsgesetz - BGG) in Kraft. Es ist eine Konkretisierung des Artikels 3, Abs. 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland - Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Damit ergeben sich auch für Web-Designer im öffentlichen Dienst gesetzliche Forderungen zur Gestaltung ihrer Sites.

Bezüglich des Web-Designs gelten vor allem §7, Absatz 1 und §11 des BGG, der explizit das Internet als Wirkungsbereich nennt.

Relevante Auszüge aus dem BGG:

§ 7 Benachteiligungsverbot für Träger öffentlicher Gewalt

(1) Die Dienststellen und sonstigen Einrichtungen der Bundesverwaltung, einschließlich der bundesunmittelbaren Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts sollen im Rahmen ihres jeweiligen Aufgabenbereichs die in § 1 genannten Ziele aktiv fördern und bei der Planung von Maßnahmen beachten. Das Gleiche gilt für Landesverwaltungen, einschließlich der landesunmittelbaren Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, soweit sie Bundesrecht ausführen. In Bereichen bestehender Benachteiligungen behinderter Menschen gegenüber nicht behinderten Menschen sind besondere Maßnahmen zum Abbau und zur Beseitigung dieser Benachteiligung zulässig. Bei der Anwendung von Gesetzen zur tatsächlichen Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist den besonderen Belangen behinderter Frauen Rechnung zu tragen

§ 11 Barrierefreie Informationstechnik

(1) Träger öffentlicher Gewalt im Sinne des § 7 Abs. 1 Satz 1 gestalten ihre Internetauftritte und -angebote sowie die von ihnen zur Verfügung gestellten grafischen Programmoberflächen, die mit Mitteln der Informationstechnik dargestellt werden, nach Maßgabe der nach Satz 2 zu erlassenden Verordnung schrittweise technisch so, daß sie von behinderten Menschen grundsätzlich uneingeschränkt genutzt werden können. Das Bundesministerium des Innern bestimmt im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, nach Maßgabe der technischen, finanziellen und verwaltungsorganisatorischen Möglichkeiten

  1. die in den Geltungsbereich der Verordnung einzubeziehenden Gruppen behinderter Menschen,
  2. die anzuwendenden technischen Standards sowie den Zeitpunkt ihrer verbindlichen Anwendung,
  3. die zu gestaltenden Bereiche und Arten amtlicher Informationen.
(2) Die Bundesregierung wirkt darauf hin, daß auch gewerbsmäßige Anbieter von Internetseiten sowie von grafischen Programmoberflächen, die mit Mitteln der Informationstechnik dargestellt werden, durch Zielvereinbarungen nach § 5 ihre Produkte entsprechend den technischen Standards nach Absatz 1 gestalten.

Diese Vorschriften gelten für neue Web-Seiten - dazu gehören auch ständig aktualisierte Seiten, ab sofort. Bestehende Seiten müssen bis zum Jahr 2005 angepaßt werden.

Web-Seiten, die den oben genannten Gesetz genügen, müssen Doppel-A ("AA", Double-A) konform nach den Richtlinien der Web Accessibility Initiative (WAI) sein.

Weitere umfangreiche Ausführungen zu den gesetzlichen Bestimmungen finden Sie auch auf der Site Barrierefreies Webdesign von Jan Eric Hellbusch.

1.2. Prioritäten

Anfang der Seite | Zur Einleitung | Zum Abschnitt Konformität

Das WWW-Konsortium hat für die Beurteilung der Barrierefreiheit drei Prioritätsstufen definiert:

[Priorität 1]
Diese Prüfpunkte müssen erfüllt werden, ansonsten ist die Seite für eine oder mehrere Gruppen von Nutzern nicht zugreifbar.
[Priorität 2]
Dieses Prüfpunkte sollen erfüllt sein. Sind die Punkte der Prioritätsstufe 2 nicht erfüllt, ist der Zugriff für bestimmte Nutzer erheblich erschwert.
[Priorität 3]
Diese Prüfpunkte können erfüllt sein. Sind diese Punkte nicht erfüllt, ist der Zugriff für bestimmte Nutzer etwas schwierig.

1.3. Konformität

Anfang der Seite | Zum Abschnitt Prioritäten | Zum Abschnitt Handicaps

Für Dokumente sind drei Konformitätsstufen definiert, die Auskunft darüber geben, welche Zugangsmöglichkeiten bestehen, welche Prioritätsstufen eingehalten werden:

1.4. Mögliche Handicaps

Anfang der Seite | Zum Abschnitt Konformität | Zum Abschnitt Lösungsansatz

Die Leser einer Seite könnten folgende Behinderungen haben, die nicht notwendigerweise aus körperlichen und geistigen "Unfähigkeiten" resultieren, sondern ganz einfach jeden Leser einer Web-Seite aus momentanen Umständen treffen können.

1.5. Lösungsansatz

Anfang der Seite | Zum Abschnitt Handicaps | Zu den Richtlinien

Im Prinzip sind nur zwei Gestaltungskriterien zu beachten, um barrierefreie Internetseiten herzustellen:

1.5.1. Sicherung einer sachgerechten Transformation

Da es quasi unmöglich ist, Internetseiten für alle möglichen Browser (allg. Client-Programme) und Handicaps zu entwickeln, müssen Web-Seiten so implementiert werden, daß sie automatisch durch Software sachgerecht umgesetzt werden können. Die Berücksichtigung der Richtlinien 1 - 11 vom WWW-Konsortium sollte dies ermöglichen. Hauptpunkte sind:

1.5.2. Den Inhalt verständlich und navigierbar machen

Hierzu gehören neben der inhaltlicher Klarheit der Sprache, der Informationen und der Struktur der Informationen vor allem die Nutzung aller möglichen Alternativen und Zusatzinformationen.

Informationen zur Orientierung und Navigationswerkzeuge erhöhen die Zugänglichkeit und Verständlichkeit, man bedenke aber, daß die üblichen visuellen Navigationsmittel, wie Frames und sensitive Bilder, nicht von allen Nutzern verwendet werden können.

Inhaltsinformationen können auch, bedingt durch Bildschirme geringer Auflösung oder Bildschirmvergrößerungen, oder durch Teilansichten des Inhalts verloren gehen. Ohne Informationen zur Orientierung sind Benutzer möglicherweise nicht in der Lage, sehr lange Tabellen, Listen, Menüs usw. zu verstehen.

Das gesamte Thema wird in den Richtlinien 12 bis 14 behandelt.

1.6. Liste der Richtlinien

Anfang der Seite | Zum Lösungsansatz | Zum Ende der Seite

Das WWW-Konsortium hat 14 Richtlinien (11 handwerklich - technische und drei inhaltlich - organisatorische) mit verschiedene Prüfpunkten unterschiedlicher Priorität zur Gestaltung barrierefreier Internetseiten aufgestellt.

Hinter den Verknüpfungen der Richtlinien verbergen sich die ausführlichen Erläuterungen und die daraus resultierenden Prüfpunkte und Techniken des Web-Designs.

  1. Stellen Sie gleichwertige Alternativen für hör- und sichtbare Inhalte zur Verfügung.
  2. Stützen Sie sich nicht auf Farbe alleine.
  3. Benutzen Sie inhaltliche Auszeichnung und Formatvorlagen richtig.
  4. Klare Kennzeichnung der verwendeten natürlichen Sprache.
  5. Stellen Sie Tabellen her, die sich einfach transformieren lassen.
  6. Stellen Sie sicher, daß die Seiten, die neue Technologien enthalten, einfach umzuwandeln sind.
  7. Sicherung der Nutzerkontrolle über zeitkritische Inhalte.
  8. Stellen Sie die Barrierefreiheit eingebetteten Benutzerschnittstellen sicher.
  9. Entwerfen Sie geräteunabhängige Seiten.
  10. Benutzen Sie Zwischenlösungen.
  11. Benutzen Sie W3C Technologien und Richtlinien.
  12. Stellen Sie Kontext- und Orientierungsinformationen zur Verfügung.
  13. Stellen Sie klare Navigations-Mechanismen zur Verfügung.
  14. Stellen Sie sicher, daß Dokumente klar und einfach sind.

Auf der nächsten Seite finden Sie die Richtlinien und Prüfpunkte im Detail.

U. Kehl

Letzte Änderung: 18.10.2002