Diese Seite ist Teil der Site Barrierefreies Internet von U. Kehl, URZ der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Auf dieser Seite sollen die Techniken zur Erstellung barrierefreier Web-Seiten bezüglich des allgemeinen Designs kurz diskutiert werden.


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Vorbemerkungen

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Das Original dieser Seite finden Sie beim W3C als "In englischer Sprache Techniken für barrierefreies Internet 1.0" und "in englischer Sprache Grundtechniken für barrierefreie Webinhalte 1.0".

Im folgenden werden einige Begriffe der Kürze wegen in einem verallgemeinerten Sinn benutzt.


3. Design-Techniken

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3.1. Struktur gegen Darstellung

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Prüfpunkte des Abschnittes: 2.1., 3.1., 3.3., 3.5., 3.6., 5.3., 5.4. und 6.4.

Bei der Erstellung eines Dokumentes oder einer Reihe von Dokumenten sollten Web-Designer die gewünschte Struktur des Dokumentes festlegen, bevor sie die Präsentation und das Layout bestimmen. Die Unterscheidung von Struktur und Präsentation bringt viele Vorteile, wie Barrierefreiheit, Managebarkeit und Portabilität.

Die Unterscheidung, was ist Struktur und was Präsentation ist, ist nicht immer ganz einfach und hängt in bestimmten Fällen auch vom Leser der Seite ab. So ist z. B. eine waagerechte Linie für geübte Nutzer ein Strukturelement, sie trennt Abschnitte, zeigt das Ende einer Seite an usw. Für ungeübte Leser erschließt sich diese Bedeutung vielleicht nicht. Und ohne grafische Darstellungsmöglichkeit ist die Linie überhaupt nicht zu sehen.

Zur Gliederung von Abschnitten sollten im HTML die Überschriften-Elemente H1-H6 benutzt werden, und vielleicht zusätzlich eine optische oder grafische Kennzeichnung.

Oder, als zweites Beispiel dürfen HTML-Tags, wie <blockquote>, die eindeutig inhaltliche Dinge kennzeichnen, nicht zur Formatierung benutzt werden, nur weil man damit in einigen Browsern als Nebeneffekt Text einrücken kann.

Schnelltest: Machen Sie einen kurzen Entwurf Ihres Dokumentes mit Kapiteln, Abschnitten und Absätzen. Jeder Punkt in der Hierarchie des Entwurfes ist strukturell und sollte mit HTML gestaltet werden. Alles andere ist Präsentation, Darstellung zur besseren Les- und Hörbarkeit. Struktur in den Formulierungen finden sich in Abkürzungen, Änderungen der Sprache, Definitionen, Zitate und Listen.


3.2. Gleichwertiger Text

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Prüfpunkte des Abschnittes: 1.1., 1.2., 1.5. und 12.2.

Ein Text ist durch praktisch alle Nutzer zugreifbar, weil er von allen Browsern, auch von Nichtvisuellen, wie Vorlesesoftware und Braille-Ausgaben, umgesetzt werden kann. Er kann natürlich visuell angezeigt werden, er kann bei Bedarf vergrößert werden und synchron zu einem Video als Bildunterschrift ablaufen. Inzwischen ist es auch möglich - wenn auch oft mit mäßigem Erfolg - Text automatisch in eine andere Sprache zu übersetzen.

Wenn ihr Dokument nicht-Text-Informationen, wie Grafik, Videos, Audio, Applets usw. enthält, ergänzen Sie diese mit Textinformationen.

Wenn ein gleichwertiges Textelement (Textäquivalent) dem Leser präsentiert wird, so soll es im Wesentlichen (im Rahmen der möglichen Größe) die gleiche Funktion erfüllen. Für einfache Inhalte braucht es nur Funktion und Verwendung beschreiben, für komplexe Objekte, wie z. B. Diagramme als Grafiken, sollte es die komplette verbale Beschreibung des Objektes enthalten.

Gleichwertige Texte müssen auch für alle Logos, Fotos, Absende-Knöpfe (submit button), Programme, Anführungspunkte in Listen, ASCII-Bilder, alle Links in verweis-sensitiven Grafiken und unsichtbaren Bilder (für das Layout) erstellt werden.

Schnelltest: Stellen Sie sich vor, Sie würden die Seite über ein Telefon vorlesen, was würden Sie Ihrem Zuhörer sagen !

3.2.1. Techniken für gleichwertige Texte

Welche Technik benutzt wird, hängt von der "Programmier"-Sprache des Dokumentes ab:

3.2.2. Abwärtskompatibilität

Beim Design von Web-Seiten oder Sites sollte eine Abwärtskompatibilität beachtet werden, weil:

Deshalb sollten Entwickler zur Unterstützung älterer Techniken folgendes beachten:


3.3. Alternative Seiten

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Prüfpunkte des Abschnittes: 11.4. und 6.5.

Obwohl es möglich ist, die meisten Informationen barrierefrei zu gestalten, kann es passieren, daß Seiten oder Teile davon nicht barrierefrei gestaltet werden können. Dann müssen folgende Techniken für die Einbindung zusätzlicher barrierefreier Alternativ-Seiten benutzt werden:

  1. Ermöglichen Sie dem Leser durch barrierefreie alternative Seiten mit demselben Inhalt zu navigieren und pflegen Sie diese Seiten mit derselben Häufigkeit.
  2. Statt statischer Alternativ-Seiten sollten dynamische Alternativen auf Anforderung durch Server-Skripte generiert werden, natürlich mit gleichem Inhalt und Funktion.
  3. Beachten Sie die Beispiele für Frames und Skripte.
  4. Stellen Sie Telefon- oder Faxnummern, E-Mail- oder Postadressen zur Verfügung, die möglichst 24 Stunden am Tag benutzbar sind und zusätzlich Informationen barrierefrei bereitstellen.

Zwei Möglichkeiten der Verknüpfung einer barrierefreien Alternativ-Seite:

  1. Am Anfang einer Seite führt ein Link zu einer barrierefreien Seite und umgekehrt wieder zurück. Damit kann der Leser nach Bedarf zwischen den Seiten wechseln.
  2. Ermöglichen Sie durch Meta-Angaben den Browser ggf. automatisch zu einer barrierefreien Seite zu wechseln.

Beispiel:

Browser, die das <LINK>-Tag unterstützen, können für Leser automatisch alternative Seiten laden, wenn diese Browser so eingestellt sind, daß sie auf die Ausgabemedien "aural","braille", oder "tty" reagieren.

<HEAD>
  <TITLE>Willkommen im virtuellen Einkaufsladen!</TITLE>
  <LINK title="Nur-Text Version"
        rel="alternate"
        href="text_only.html"
        media="aural, braille, tty">
</HEAD>
<BODY>
  ...
</BODY>

Ende Beispiel.

3.3.1. Geräteunabhängige Steuerung eingebetteter Objekte

Prüfpunkte des Abschnittes: 9.2., 9.3., 9.4. und 9.5.

Nicht jeder Leser hat eine grafische Umgebung mit einer Maus. Einige Nutzer haben Tastaturen, Spezialtastaturen oder Spracheingaben, sie müssen ebenfalls in die Lage versetzt werden, Links zu verfolgen und Formulare auszufüllen. Web-Entwickler haben dafür zu sorgen, daß Seiten auch ohne Zeigerinstrumente benutzbar sind. Eine Seite mit zusätzlichen Tastaturzugriff ist im allg. barrierefrei.

Tastaturzugriff kann auf verschiedene Weisen realisiert werden:

verweis-sensitive Grafiken
Textäquivalente für browserseitige Grafiken und zusätzliche Textlinks für serverseitige Grafiken. Siehe auch den Abschnitt über verweis-sensitive Grafiken im HTML.
Tastaturkürzel
Stellen Sie Tastatur-Kurzeingaben für Verknüpfungen oder Formularelemente zur Verfügung. Beachten Sie, daß die Aktivierungstasten in den Betriebssystemen verschieden sein können, im MS-Windows z. B. "Alt" oder "Strg", beim Mac die "Apple" oder "Kleeblatt"-Taste. Sehen Sie auch in den Abschnitten Tastaturzugriff für Links und Tastaturzugriff für Formulare nach.
Tabulator-Reihenfolge
Die Tabulator-Reihenfolge beschreibt eine logische Ordnung der Navigation von Link zu Link oder der Steuerung der Formularelemente durch Drücken der Tab-Taste, siehe auch im Abschnitt Tastaturzugriff für Formulare.

Bestimmte importierte Objekte, wie Applets oder Multimedia-Player, deren Bedienung sich der Kontrolle von HTML u. a. entziehen, müssen, wenn sie nicht barrierefrei sind, durch Alternativen ersetzt werden.


3.4. Navigation

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Prüfpunkte des Abschnittes: 14.3., 13.2., 13.3., 13.4., 13.5. und 13.7.

Ein einheitlicher Stil auf allen Seiten einer Site erlaubt Lesern die Navigationselemente schnell zu identifizieren und zu nutzen. Es sollte aber auch leicht möglich sein, die Navigation zu überspringen, um zum wichtigen Inhalt einer Seite zu gelangen. Dies ermöglicht allen eine leichte Navigation.

Beispiele für Navigationselemente:

  1. Navigationsleisten
  2. Inhaltsangabe einer Seite
  3. Reklame

Gute und durchdachte Navigationsmöglichkeiten, wie Leisten und Sitemaps ermöglichen ein schnelles Auf- und Zurechtfinden von/in Informationen, was eine höhere Akzeptanz der Site sichert und gleichzeitig eine Form der Barrierefreiheit darstellt.

Suchfunktionen - als eine Form von Navigationsmechanismen - sollten immer für verschiedene Kenntnisstände und Vorlieben bereitgestellt werden. Suchfunktionen mit einzugebenden Stichworten sollten auf jeden Fall fehlertolerant sein, es sollten einfache und komplexe Anfragen möglich sein und ggf. auch die Suche über vordefinierte Stichworte.


3.5. Verständlichkeit

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Prüfpunkte des Abschnittes: 13.8., 14.1. und 14.2.

3.5.1. Schreibstil

  1. Klare und genaue Überschriften und Link-Texte. Dies beinhaltet kurze und auch ohne Kontext verständliche Texte als Link, vermeiden Sie Text als Link, wie "hier" oder "klick mich". Klare und prägnante Überschriften sind wichtig für eine schnelle Orientierung und Sinnerfassung einer Web-Site.
  2. Stellen Sie den Schwerpunkt eines Satzes oder Absatzes an den Anfang des Satzes oder Absatzes. Damit ist zur Sinnerfassung nur ein Anlesen des Satzes, Absatzes notwendig, es erleichtert ebenfalls die Sinnerfassung und verkürzt Suchzeiten.
  3. Begrenzen Sie einen Absatz auf eine Hauptidee.
  4. Vermeiden Sie Umgangssprache, Jargon und Spezialbedeutung von vertrauten Worten, ohne sie im Dokument zu erklären.
  5. Bevorzugen Sie allgemein übliche Worte (im englischen Sprachraum wichtig, z. B. "begin" statt "commence"), nutzen Sie nach Möglichkeit keine Fremdworte.
  6. Nutzen Sie aktive statt passive Verben.
  7. Vermeiden Sie komplexe Satzkonstruktionen.

3.5.2. Multimedia-Äquivalente

In einigen Fällen kann es auch sinnvoll sein, Text durch Multimedia-Objekte zu ergänzen, Beispiele:

  1. ein Diagramm mit komplexen Daten,
  2. eine Übersetzung eines Textes in Gebärdensprache,
  3. voraufgezeichnete Audio-Dateien mit Musik oder gesprochenem Wort, Sprachsynthese ist nicht in der Lage, die Feinheiten der menschlichen Sprache wiederzugeben.

3.6. Inhaltsübertragung

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Prüfpunkte des Abschnittes: 11.3.

  1. Fügen Sie Verknüpfungen zu anderen (Sprach-)Versionen in Ihr Dokument ein.
  2. Kennzeichnen Sie die Sprache oder den Inhalt durch HTML-Attribute, wie "type" und "hreflang".
  3. Nutzen Sie die Möglichkeiten der Server z. B. je nach Browser-Sprache sofort das entsprechende Dokument zu senden.

3.7. Automatische Seitenänderung

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Prüfpunkte des Abschnittes: 7.4. und 7.5.

Web-Designer entwerfen teilweise Seiten, die sich ohne Nutzereingriff verändern (auffrischen) oder weiterleiten, das kann sehr verwirrend sein. Nutzen Sie folgende Techniken:

  1. Benutzen Sie im Server die Möglichkeiten vom HTTP Code 301, dies hat mehrere Vorteile:
  2. Ersetzen Sie die veränderliche Seite durch eine statische mit einem normalen Link auf die neue Web-Seite.

Schlechtes Beispiel:

Eine Seite wird periodisch nach 60 Sekunden neu geladen (aufgefrischt).

  <META http-equiv="refresh" content="60">
  <BODY> <P>...Information...
  </BODY>
  

Ende schlechtes Beispiel.


Schlechtes Beispiel:

Automatische Weiterleitung durch Meta-Anweisungen.

<HEAD>
<TITLE>Niemals so weiterleiten!</TITLE>
<META http-equiv="refresh" content="5;
      http://www.acme.com/newpage">
</HEAD>
<BODY>
<P>
  Wenn Ihr Browser Refresh unterstützt, 
  werden Sie in 5 Sekunden zu unserer 
  <A href="http://www.acme.com/newpage">neuen Site</A>
  weitergeleitet, andernfalls klicken Sie auf den Link.
</BODY>

Ende schlechtes Beispiel.

Beachten Sie: Das Adressenproblem ist ein geerbtes Problem alter Browser, neue Browser sollten sowieso ein automatisches Refresh abschalten und einen Link generieren.


3.8. Bildschirmflimmern

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Prüfpunkte des Abschnittes: 7.1.

Ein Flimmern oder Blitzen des Bildschirms kann bei photosensitiver Epilepsie zu schweren Anfällen bei den betroffenen Personen führen. Dies gilt für Flimmerbereiche von 4 bis 59 Hertz (Maximum bei 20 Hz) (Und es macht jeden gestreßten Menschen nervös - Meinung des Autors!). Für ein gutes und barrierefreies Web müssen solche Effekte vermieden werden.


3.9. Dokument-Pakete

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Prüfpunkte des Abschnittes: 13.9.

Die Bündelung von Dokumenten erleichtert das Offline-Lesen, also ohne direkte Internetverbindung, erheblich. Um zusammenhängende Dokumente zu erzeugen, sind zwei Punkte zu beachten:

  1. Die Nutzung von Meta-Anweisungen, um die Relationen der Einzelseiten zueinander zu kennzeichnen, siehe auch Meta-Anweisungen im HTML.
  2. Die Nutzung von allgemein üblichen Archivierungswerkzeugen, wie Zip, Tar, Gzip, ... zur Erstellung von Archiven einer Site.

3.10. Prüfung der Web-Seiten

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In diesem Abschnitt sollen die Möglichkeiten zur Prüfung einer Web-Seite auf Barrierefreihet diskutiert werden. Diese Prüfmethoden beinhalten aber jeweils nur einen Aspekt der Barrierefreiheit, nicht die Komplexität von Mehrfachbehinderungen.

Leider sind Web-Seiten trotz bester Bemühungen oft für ganz bestimmte Gruppen doch nicht so barrierefrei, wie vom Entwickler gewünscht. Deshalb sollten Web-Designer nicht nur sehr genau auf das Feedback hören (Ist dieser heftig, muß man davon ausgehen - auch wenn es hart ist - daß man wohl etwas Simples und Grundlegendes falsch gemacht hat - Anm. des Autors), sondern auch Betroffene beobachten und befragen.

Falls am Ende dieser Tests und der Berücksichtigung des entsprechenden Designs keine barrierefreie Web-Seite entstanden ist, sollten Sie eine alternative, barrierefreie Web-Seite gestalten.

3.10.1. Automatische Prüfung

Ein Prüfprogramm kann die korrekte Syntax (z. B. von HTML, CSS, XML) Ihrer Web-Seite prüfen und damit für eine leichte Interpretierbarkeit durch die Browser sorgen, was bereits eine Reihe von Problemen der Barrierefreiheit lösen kann. Ein Prüfprogramm kann aber z. B. nicht die Sinnfälligkeit einer Bildbeschreibung als alternativer Text testen. Deshalb werden Ihnen die Prüfprogramme subjektive Fragen stellen, die Sie nach besten Wissen und Gewissen beantworten müssen.

Einige Beispiele für Prüfprogramme:

  1. automatisierter Test auf Barrierefreiheit durch Werkzeuge, wie Bobby von der Firma Cast,
  2. ein HTML-Prüfservice, wie z. B. HTML-Prüfservice vom W3C,
  3. ein Formatvorlagen-Prüfservice, wie z. B. der CSS-Prüfservice vom W3C.

3.10.2 Reparaturwerkzeuge

Die Prüfprogramme geben Hinweise auf Fehler, erlauben aber z. Z. nicht die interaktive Behebung. Das muß der Designer bis jetzt noch mit seinen Entwicklungswerkzeugen machen. Am W3C gibt es eine Gruppe zur Entwicklung eines interaktiven Reparaturwerkzeuges.

3.10.3. Nutzer-Szenarien

Bedenken Sie, daß die meisten Browser und Betriebssysteme eine Konfiguration zulassen, so daß bei verschiedenen Nutzern der Browser anders aussehen, klingen oder sich verhalten kann. Um das nachzuvollziehen, führen Sie folgende Tests aus:

  1. Testen Sie Ihre Web-Seite mit einem reinen Text-Browser, wie in englischer Sprache Lynx oder einem Lynx-Emulator, wie z. B. dem in englischer Sprache Lynx Viewer.
  2. Benutzen Sie verschiedene Grafik-Browser mit:
  3. Benutzen Sie verschiedene Browser, alte und neue, in verschiedenen, prinzipiell unterschiedlichen Betriebssystemen. Beachten Sie, daß sich nicht alle Browser parallel installieren lassen, daß ältere schlecht zu finden sind - also gut aufheben - und daß Sie Zugang zu verschiedene Rechnern mit MS-Windows, MacOS, Linux, UNIX ... brauchen
  4. Benutzen Sie andere Werkzeuge (teilweise lizenzpflichtig) , wie Vorlesebrowser z. B. "Home Page Reader" von IBM, allgemeine Vorlesesoftware, wie z. B. "Jaws" und Schriftvergrößerungssoftware.

Alle diese Test garantieren aber noch keine Barrierefreiheit für andere Produkte. Auf der Seite in englischer Sprache Alternative Web Browsing des W3C finden Sie eine Liste von Web-Browsern.

3.10.4. Rechtschreib- und Grammatikprüfung

Eine Sprachausgabe ist kaum in der Lage, ein Wort mit Tippfehler zu entziffern, der Nutzer ist auf die "beste Schätzung" der Software angewiesen. Eine einwandfreie Grammatik ist für Leser, die der Sprache des Dokumentes (noch) nicht mächtig sind, sehr wichtig. Eine fehlerfreie Rechtschreibung und Grammatik erhöhen die Verständlichkeit Ihrer Web-Seiten.


3.11. Browserunterstützung

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Achtung: Auch fast drei Jahre nach der Herausgabe der Standards des W3C unterstützen Browser noch immer nicht vollständig HTML 4.01 und CSS 2.0, was die Barrierefreiheit wesentlich unterstützen würde.

Für eine umfassende Liste, welche Probleme durch welche Browser verursacht werden, muß ich z. Z. auf das Original beim W3C in englischer Sprache User Agent Support for Accessibility verweisen.

Global kann nur gesagt werden, daß es legitim ist, zu sagen, daß eine Site erst mit einem Browser einer bestimmten Niveaustufe (keinesfalls einer bestimmten Firma!) "schön" aussieht. In älteren Browsern darf aber keine Information und Funktionalität verloren gehen.


3.12. Auf Barrierefreiheit überprüfte Technologien

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Prüfpunkte des Abschnittes: 11.1.

Wenn W3C-Techniken auf Barrierefreiheit überprüft sind und ggf. dafür integrierte Funktionen enthalten, sollten diese auch genutzt werden. Dazu gehören gegenwärtig:


3.13. Audio-Informationen

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Prüfpunkte des Abschnittes: 1.4. und 6.5.

Hörbare Informationen von Multimedia-Objekten müssen durch Textbeschreibungen begleitet werden, durch gleichwertige Texte der hörbaren Ereignisse. Diese Beschreibungen müssen zeitgleich mit den Bildern übertragen werden und dienen denjenigen, die die Audio-Informationen zu den Bildern nicht hören können.

Einige Multimediaformate, wie QuickTime 3.0 und SMIL ermöglichen es, Untertitel und Bildbeschreibungen in den Clip einzufügen. Das folgende Beispiel soll zeigen, wie Untertitel sowohl Sprache als auch andere Töne beinhalten kann.

Beispiel:

Untertitel für eine Szene aus "E.T.". Das Telefon klingelt dreimal, dann wird geantwortet.

[Telefon klingelt]

[Klingeling]

[klingeling]

Hallo?

Ende Beispiel.

Solange Multimediaformate keine alternativen Informationsträger unterstützen, kann man zwei Versionen eines Videoclips herstellen, eine mit Untertitel und eine ohne.

Einige Formate (SMIL) erlauben auch mehrere Versionen von Untertiteln, so daß sich der Nutzer die Untertitel aussuchen kann, die seiner Lesefähigkeit entsprechen.

Ein Ersatz für Sound-Daten kann mit Hilfe eines Links zu einer Seite mit der Texttranskription bzw. der Beschreibung des Sounds realisiert werden. Der Link zur Transkription sollte an einer gut sichtbaren Stelle, wie zum Beispiel dem Seitenanfang gelegt werden. Falls ein Skript den Sound automatisch lädt, sollte dieses Skript auch automatisch eine Anzeige erzeugen, die darauf hinweist, daß ein Sound abgespielt wird und das es eine Transkription dafür gibt.

Achtung: Es gibt ernste Diskussionen, daß Browser auch bei Voreinstellung automatisch die Umschreibung für Sound laden sollten. Dies ist sicher richtig, allerdings muß die Vorgehensweise auch mit jetzigen Browsern funktionieren.


3.14. Visuelle Informationen und Filme

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Prüfpunkte des Abschnittes: 1.3., 7.1. und 7.3.

Die hörbare Beschreibung eines Filmes (Audiotranskription) muß eine Erzählung der Schlüsselelemente einer Szenen sein, ohne mit dem Ton oder den Dialog des Films in Konflikt zu geraten. Schlüsselelemente sind Aktionen, Umgebung, Körpersprache, grafische Darstellungen und eingeblendeter Text.

Achtung: Wenn keine bedeutenden visuellen Informationen mit dem Video verbunden sind, z. B. eine animierte Sprechblase, die die Verwendung der Site erklärt, braucht keine Audiotranskription angeboten zu werden.


3.15. Text-Umschreibungen

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Text-Transkriptionen von Videos sind für Leser, die sowohl seh- wie hörbehindert sind. Sie geben außerdem die Möglichkeit, audio-visuelle Informationen zu indizieren und zu suchen.

Text-Transkriptionen enthalten gesprochene Dialoge, wie auch andere wichtige Klänge, Musik, Gelächter, Applaus usw. In anderen Worten - aller Text aus Untertiteln und aus Audio-Beschreibungen.

Beispiel:

Eine Text-Transcription aus "Der König der Löwen"

Simba: Yeah!

Beschreiber: Simba rennt von außen, gefolgt von seinen Eltern. Sarabi lächelt und schubst Simba sanft in Richtung seines Vaters. Die beiden sitzen Seite an Seite und beobachten den goldenen Sonnenaufgang.

Mufasa: Schau Simba, Alles was das Licht berührt, ist unser Königreich.

Simba: Waaau.

Ende Beispiel.


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Letzte Änderung: 18.10.2002