URZ, Abt. Anwenderberatung, U. Kehl
Halle, den 14.11.2001

 

16. Farb-Management

Begriffsklärung

Farbe

Was ist eigentlich Farbe? Physikalisch gesehen, sind Farben Mischungen von Licht ganz bestimmter Wellenlängen. Licht kann z. B. durch ein Glasprisma in seine Spektralfarben zerlegt werden, siehe Abbildung rechts.

Spektralfarben

Die Farbe eines Objektes hängt nun davon ab, welche Anteile des Spektrums in welcher Menge reflektiert, durchgelassen oder ausgestrahlt werden.

Farben

Farbtemperatur

Farbe des Lichtes, daß ein erhitzter idealer schwarzer Körper abstrahlt.


FarbSpektrum

Zusammensetzung des Lichtes aus Wellen verschiedener Länge.

theoretusch weißes Licht Tageslicht Normlicht D50 Leuchtstoffröhre

Gamut

Menge aller Farben (Farbraum), die von einem Gerät produziert werden, bzw. vom Menschen wahrgenommen werden können.

16.2. Ziele des Farbmanagement

Modernes Farbmanagement hat zwei Ziele:

Farbtreue Reproduktion von Grafiken und Bildern, unabhängig von Ein- oder Ausgabegerät
Farbkorrektur ohne direkten Eingriff des Anwenders

16.3. Einflußfaktoren

Faktor Eingabe Bearbeitung Ausgabe Betrachtung
Geräteeigenschaften (individuell und systematisch) Gamut und Fehler des Eingabegerätes Gamut und Fehler des Monitors Gamut und Fehler des Ausgabegerätes  
Farbtemperatur des Weißpunktes Farbtemperatur des Scannerlichtes Farbtemperatur des Monitors Farbe des Papiers  
Farbe in Zusammensetzung und Menge   Umrechnungen der Software zwischen den einzelnen Farbräumen/ Farbmodellen Pigmente und Konzentration der Tinte/Farbe  
Beleuchtung       Farbe und Intensität der Beleuchtung

16.4. Lösung

Absolute Lösung ist unmöglich, z. B. durch verschiedene Gamut-Bereiche und unvorhersehbare Beleuchtung bei Betrachtung der Drucke. Durch folgende Mittel und Methoden wird versucht, den Fehler zu minimieren:

Geräte- und Einstellungsabhängige Geräte-Profile
einheitlichem Color Management Module (CMM) zur Umrechnung der Farbräume unter Beachtung der Profile
Bezugnahme auf einen einheitlichen und genormten Farbraum (CIE L*a*b), dem Gamut des Durchschittsbetrachters

Farbanpassungsmethoden (Rendering)

absolut farbmetrisch Farbwerte bleiben absolut erhalten incl. der Farbtemperatur des Mediums, z. B. beim Proof-Druck (Drucksimulation), Machbarkeit setzt einen absolut größeren Gamut des Ausgabegerätes voraus
relativ farbmetrisch Wie absolut, aber die Weißpunkte von Quell- und Zielmedium werden aufeinander abgebildet, d. h. es findet eine Verschiebung der Farbwerte insgesamt statt.
wahrnehmungs-
orientiert
Die physikalisch nicht darstellbaren Farben werden so wiedergegeben, daß der Originaleindruck nicht verändert wird. Praktisch heißt dies, daß der kleinere Gamut vollständig in den Größeren skaliert wird. (Druck von Fotos)
sättigungs-
orientiert
Farben behalten ihre Sättigung, werden aber in der Farbe verändert. Praktisch werden Farben außerhalb des Gamut auf die nächstgelegene Farbe im Gamut abgebildet (Grafiken und Diagramme).

CorelDRAW 9 - Aufbaukurs