Barrierefreies Internet


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Web Accessibility Initiative (WAI)

Das WWW-Consortium hat eine Initiative zum möglichst uneingeschränkten Web-Zugang von Behinderten gestartet. Die Web Accessibility Initiative, abgekürzt WAI hat zum Ziel, Web-Sites und Software (Editoren, Browser, Server) so zu gestalten, daß sie von so vielen Menschen wie möglich mit Behinderungen genutzt werden können.

In Deutschland gibt es heftige Diskussion über die Gültigkeit und Anwendung des Gesetzes zur Gleichstellung behinderter Menschen. Für einen Nichtjuristen ist die Sache eigentlich klar - in allen öffentlichen Einrichtungen (z.B. einer Universität) dürften nur noch barrierefreie Webseiten publiziert werden. Leitungen sehen die Sache leider etwas anders, es möge sich jeder selbst ein Urteil bilden.

Was ist zu berücksichtigen

Hauptthemen

Die obigen Probleme werden prinzipiell durch zwei Gestaltungsmerkmale gelöst:

Prioritäten

Das WWW-Consortium hat für die Realisierung drei Prioritätsstufen definiert:

[Priorität 1]
Diese Punkte müssen erfüllt werden, ansonsten ist die Seite für eine oder mehrere Gruppen nicht zugriefbar.
[Priorität 2]
Sind diese Punkte nicht erfüllt, ist der Zugriff für bestimmte Nutzer schwierig.
[Priorität 3]
Sind diese Punkte nicht erfüllt, ist der Zugriff für bestimmte Nutzer etwas schwierig.

Konformität

Für Dokumente sind drei Konformitätsstufen definiert, die Auskunft darüber geben, welche Zugangsmöglichkeiten bestehen:

Richtlinien

Original beim W3C (englisch in englisch)

Etwas ausführlicher, als in diesem Kurs und mit gesetzlichen Grundlagen, die Site "Barrierfreies Internet". Im Folgenden die 14 Richtlinien kurz und knapp:

  1. Sorgen Sie für äquivalente Alternativen der hör- und sichtbaren Inhalte.
    • für Bilder, Töne, Videos, Applets usw. sollen immer im wesentlichen äquivalente Möglichkeiten mit gleichen Funktionsumfang vorgesehen werden,
    • Text Äquivalenzen sind unerläßlich, da nur Text in den verschiedensten Formen dargestellt werden kann (autom. Übersetzung, Umsetzung in Blindenschrift und Sprache, Anpassung an verschiedenste Bildschirme),
    • Nicht-text Äquivalenzen sind ebenfalls nützlich, um z. B. kompliziertere Sachverhalte grafisch darzustellen oder Sprachausgabe komplexer Seiten,
  2. Verlassen Sie sich nicht auf Farben
    • Farbe alleine darf nicht benutzt werden, um Informationen zu übermitteln (Farbblindheit, s/w-Drucke, Sprachausgabe),
  3. Benutzen Sie inhaltliche Auszeichnung und Formatvorlagen richtig
    • HTML ist für die logische Struktur der Dokumente verantwortlich,
    • Stylesheets für die Gestaltung
    • es dürfen keine falschen logischen Konstrukte benutzt werden, um in älteren Browsern eine gewünschte Formatierung zu erzielen,
    • es dürfen keine unangebrachten Auszeichnungen benutzt werden, nur damit ein bestimmter Browser funktioniert,
  4. Klare Verwendung der natürlichen Sprache
    • Geben Sie die Sprache einer Seite an,
    • Zeigen Sie den Sprachwechsel deutlich an
    • erklären Sie Abkürzungen und Betonungen
  5. Erstellen Sie Tabellen, die sich einfach transformieren lassen
    • Nutzung aller Auszeichnungen für Tabellen (Kopf, Fuß),
    • Tabellen sollten nur für tabellarische Daten benutzt werden,
    • Tabellen sollen nicht für das Layout benutzt werden, nur bei möglicher Linearisierung erlaubt,
  6. Sicherung einer einfachen Transformation neuer Funktionen
    • Seiten müssen mit nichtvorhandenen oder abgeschalteten Funktionen verwendbar sein,
  7. Sicherung der Nutzerkontrolle über zeitkritische Inhalte
    • Bewegung, Blinken, Scrollen und auto Update müssen unter- und abbrechbar sein,
    • Blinken und Bewegung können vom eigentlichen Inhalt ablenken und "nervös" machen,
  8. Sicherung der direkten Zugänglichkeit von Nutzerschnittstellen eingebetteter Objekte
    • die Nutzerschnittstellen eingebetteter Objekte müssen den gleichen Kriterien genügen, wie die des Bowsers und der Webseiten,
    • ist dies nicht möglich, muß eine zugänglich Alternativlösung bereitgestellt werden
  9. Geräteunabhängiges Design
    • keine Ausnutzung von Eigenschaften, so daß die Seite von verschiedene Eingabegeräten genutzt werden kann,
    • keine Anpassung einer Seite an ein nicht logisch zwingendes Ausgabegerät/-medium
  10. Benutzung von Zwischenlösungen
    • Bestimmte Regeln beruhen auf Unzulänglichkeiten von Browsern und Zugriffsprogrammen, sie sollten berücksichtigt werden, auch wenn Sie sich später erübrigen könnten,
  11. Nutzung von W3C Technologien und Richtlinien
    • bei Nutzung von nicht W3C-Technologien (PDF, Shockwave) muß eine Alternative angeboten werden,
    • die Vermeidung von nicht W3C-Technologien und nichtstandard-Funktionen (Elemente, Attribute, Eigenschaften und Erweiterungen) machen eine Seite fast automatisch besser zugänglich,
    • Gerade die W3C-Technologien (HTML, CSS, XML, ...) müssen mit dementsprechenden Richtlinien der Zugänglichkeit benutzt werden,
    • einfache Konvertierung von z. B. Postscript, PDF, RTF in HTML, XML garantiert keine Zugänglichkeit,
  12. Sorge für Informationen zum Zusammenhang und zur Navigation
    • Gruppierung von Elementen und Beschreibung von zusammenhängen sorgt für Klarheit,
  13. Klare Navigations-Mechanismen
    • klare und einheitliche Mechanismen zur Orientierung, Information und Navigation,
    • Site-Maps,
  14. Dokumente sollen klar und einfach sein,
    • einheitliches Layout,
    • wiedererkennbare Logos,
    • einfache Sprache,

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